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Lauert

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2020
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Kimberly ging schneller und schaute sich andauernd um, w?hrend sie versuchte festzustellen, wo das Pfeifen herkam. Sie konnte es einfach nicht bestimmen. Aber sie begann zu hoffen, dass es doch Jay war. Der Gedanke, dass es einer von Jays Freak-Freunden sein k?nnte gefiel ihr ?berhaupt nicht. Und sie wagte es nicht, sich vorzustellen, dass es jemand sein k?nnte, den sie nicht einmal kannte.

W?hrend sie weiterlief, schaute sie sich auf all die H?user um, in denen die Menschen lebten, die sie ihr gesamtes Leben lang gekannt hatte. Sollte sie an einer dieser T?ren klopfen, damit sie irgendjemand rein lie??

Nein, es ist sp?t, dachte sie.

Sie konnte in den Fenstern keine Lichter sehen. Diese Menschen schliefen mittlerweile wahrscheinlich schon alle. Selbst wenn nicht, so w?rden sie sicherlich nicht erfreut sein, zu so sp?ter Stunde noch gest?rt zu werden. Und ihre Eltern w?rden ausrasten, wenn sie erfuhren, dass sie die Nachbarn so sp?t noch bel?stigte.

Das Pfeifen verstummte erneut, doch das beruhigte Kimberly kein Bisschen. Die Nacht erschien ihr nun k?lter und dunkler und gruseliger, als vor nur wenigen Minuten.

Als sie um eine Ecke bog, sah sie, dass in der N?he ein Kleintransporter geparkt war. Seine Scheinwerfer brannten und der Motor lief.

Sie atmete erleichtert aus. Sie erkannte das Fahrzeug zwar nicht wieder, aber wenigstens war es irgendjemand. Wer auch immer hinter dem Steuer sa?, w?rde sie sicherlich die restliche kurze Strecke zu ihrem Haus fahren.

Sie lief zum Wagen r?ber und merkte, dass die Seitent?r offenstand. Sie schaute hinein und sah, dass der leere, offene Innenraum von den Vordersitzen durch eine Art Gitter abgetrennt war. Sie konnte niemandem im Inneren des Wagens erkennen.

Kimberly fragte sich, ob der Fahrer wom?glich Motorprobleme gehabt hatte und sich vielleicht gerade nach Hilfe umsah. Wenn es ein Fremder war, der nicht von hier kam, w?rde er nicht wissen, an wen er sich wenden sollte.

Vielleicht kann ich helfen, dachte sie.

Sie suchte in ihrer Handtasche nach ihrem Handy, denn sie dachte, sie k?nnte ihren Dad anrufen. Doch dann z?gerte sie einen Moment lang, unsicher, ob sie Dad wirklich aufwecken wollte, selbst wenn es darum ging einem verirrten Fremden zu helfen.

Sie h?rte Schritte, die sich n?herten und als sie sich umdrehte, erblickte sie ein bekanntes Gesicht.

&bdquo;Ach, du bist es...“, sagte sie und versp?rte eine momentane Erleichterung.

Doch sein Gesichtsausdruck lie? sie alle Worte verschlucken, die h?tten folgen k?nnen. Sie hatte seinen Blick noch nie so kalt und hart erlebt.

Ohne ein Wort zu sagen, griff er nach ihr und riss ihr die Handtasche und das Handy aus der Hand.

Nun stieg Angst in Kimberly hoch. Die Dinge, die sie tun k?nnte, rasten durch ihren Kopf.

Um Hilfe schreien, sagte sie sich. Jemanden aufwecken.

Doch pl?tzlich wurde sie hochgehoben und gewaltsam in den Kleintransporter geworfen.

Die T?r knallte zu und die Innenbeleuchtung erlosch.

Sie fummelte nach dem T?rgriff, doch stellte fest, dass die T?r verschlossen war.

Endlich kam Kimberlys Stimme wieder.

&bdquo;Lass mich hier raus!“, schrie sie und h?mmerte gegen die T?r.

Dann ging die Fahrert?r auf und der Mann kletterte hinein.

Der Kleintransporter fuhr los.

Kimberly klammerte sich am Gitter fest, das sie vom Fahrer trennte, und forderte: &bdquo;Was machst du? Lass mich hier raus!“

Doch das Fahrzeug fuhr immer weiter durch die Stra?e und Kimberly wusste, dass niemand in dieser verschlafenen Nachbarschaft sie h?ren konnte.

KAPITEL EINS

Als der erste Schuss fiel, reagierte Riley Sweeney schnell. Genau wie sie an der Academy gelernt hatte, ging sie direkt hinter der n?chsten Abschirmung in Deckung –– einem Honda, der vor dem Motel parkte, in dem sich zwei M?rder versteckten. Sie hatte allerdings nicht das Gef?hl, dass der kompakte Wagen ihr besonders viel Schutz bieten konnte.

Es war kalt zu dieser Jahreszeit im Norden des Bundesstaats New York, es fiel Schnee. Die Sichtverh?ltnisse waren ?berhaupt nicht gut. Das hier war Rileys erster bewaffneter Konflikt und sie war sich nicht sicher, dass sie ihn ?berhaupt ?berleben w?rde.

Sie sah durch das Wirbeln der Schneeflocken, dass Spezialagent Jake Crivaro viel sicherer hinter einem massiven SUV Zuflucht genommen hatte. Crivaro, ihr Partner und Mentor, schaute besorgt aus, als er sich nach ihr umsah. Riley w?nschte, dass sie ihm signalisieren k?nnte, dass alles ok sein w?rde. Wie auch die sechs Polizisten vor Ort, die soeben mit ihnen anger?ckt waren, trugen Riley und Crivaro Schutzwesten. Doch Riley wusste, dass sie nicht zu viel von ihrer schusssicheren Weste erwarten durfte. Ein gezielter Schuss in den Kopf –– selbst ein versehentlicher Schuss –– k?nnte t?dlich sein. Crivaro hielt einen Lautsprecher an seinen Mund und rief hinein: &bdquo;Hier spricht Spezialagent Jake Crivaro vom FBI. Ich bin hier mit meiner Partnerin und den lokalen Justizvollstreckungsbeamten. Wir haben euch umzingelt. Es gibt kein Entkommen. Kommt mit erhobenen H?nden raus.“

Es folgte keine Antwort aus dem Motelzimmer, in dem die beiden M?rder sich verschanzt hatten. Stattdessen h?rte man nur das gespenstische Pfeifen des Windes.

Riley lugte vorsichtig hinter dem kleinen Auto hervor und versuchte das Motelzimmer zu identifizieren. In genau diesem Moment h?rte man ein lautes Knacken zusammen mit einem schrillen, eindringlichen Ger?usch –– etwas zwischen einem Pfeifen und einem Summen.

Eine Kugel war direkt an ihr vorbeigeflogen. Riley zog ihren Kopf zur?ck aus der Sichtlinie. Sie japste, als sie begriff: Gerade hat jemand zum ersten Mal auf mich geschossen.

Sie hatte viel mit echter Munition trainiert, doch nichts davon war jemals auf sie pers?nlich abgefeuert worden.

Genau wie Crivaro und die Polizisten es getan hatten, hatte sie bereits ihre Waffe gezogen –– eine .40 Kaliber semiautomatische Glock.

Sie f?hlte sich ungeschickt mit der Waffe in ihren H?nden.

Sie dachte sich, dass sie froh sein sollte, dass sie vor Kurzem auf eine machtvollere Waffe umgestiegen war, als die .22 Kaliber Pistole, die sie zusammen mit ihrer FBI Dienstmarke bekommen hatte. Doch diese hier war weniger vertraut und sie wusste noch nicht, was sie mit ihr alles w?rde tun m?ssen.

Sie wusste, dass sie jetzt nicht zur?ckschie?en durfte –– wie scheinbar alle anderen im Team auch. Sie wollten alles in ihrer Macht tun, um diese Situation ohne unn?tigen Waffeneinsatz zu beenden.

Sie vermutete, dass einige der Polizisten, die sich in der N?he aufhielten, sich genauso wie sie f?hlten. Einige von ihnen waren vielleicht genauso frisch dabei, wie sie es war. Seitdem sie letztes Jahr ihre Ausbildung beim FBI abgeschlossen hatte, hatte Riley sich gefragt, wie sie sich f?hlen w?rde, wenn sie zum ersten Mal in einer derartigen Situation sein w?rde.

Und jetzt, wo sie mitten drin war, wusste sie es immer noch nicht.

Einer Sache war sie sich sicher –– sie hatte kein Gef?hl von Panik. Tats?chlich hatte sie ?berhaupt keine Angst. Es war eher so, als st?nde sie neben sich und w?rde von der Seite betrachten, was gerade passierte, wie eine Art emotionsloser Beobachter. Die Situation erschien ihr absolut surreal, fast traumartig. Doch sie wusste, dass ihr gesamter K?rper von Adrenalin durchstr?mt war, und dass sie bei klarem Verstand bleiben musste.

Die Tatsache, dass zumindest eine Person in diesem Team wusste, was sie tat, machte ihr ein wenig Mut. Dies hier war bei Weitem nicht die erste Erfahrung dieser Art f?r Agent Crivaro. Der kleine, kr?ftige Mann war eine FBI Legende mit einer langen Liste schwieriger F?lle, die er gel?st hatte.

Riley lehnte sich gegen das Auto und wartete auf irgendein Zeichen, was zu tun sei. W?hrend dieser stillen Momente dachte sie daran zur?ck, wie dieses Team sich auf der Polizeiwache vor Ort versammelt hatte. Es war blo? eine kurze Weile her, doch in diesem Moment f?hlte es sich so an, als w?ren bereits Tage oder gar Wochen vergangen. Sie wurden alle genau aufgekl?rt ?ber die M?rder, die sie zu stellen versuchen w?rden.

Als sie die Fotos der beiden gesehen hatte, hatte sie gedacht: Kinder. Sie sind blo? zwei Kinder.

Der siebzehnj?hrige Orin Rhodes und seine f?nfzehnj?hrige Freundin Heidi Wright hatten ihre Mordserie nur einige Tage zuvor begonnen, in dem nahegelegenen Ort Hinton. Es hatte mit einem einfachen Akt purer Verzweiflung begonnen.

Heidi hatte Orin angerufen und ihm gesagt, dass sie zuhause in Gefahr sei. Orin hatte die Waffe seines Vaters genommen und war zu Heidi nach Hause gefahren und hatte sie dort vorgefunden, als sie von ihrem Vater und ihrem Bruder sexuell missbraucht wurde. Orin hatte beide ihrer Angreifer get?tet.

Dann hatte sich Heidi die Waffe ihres eigenen Vaters geschnappt und sie und Orin hatten sich auf die Flucht begeben. Als sie merkten, dass sie kein Geld hatten, versuchten sie einen Spirituosenladen zu ?berfallen. Aber der ?berfall ging schief und am Ende t?teten sie den Ladenmanager und einen der Angestellten.

Die Polizei war nicht sicher, was genau danach geschehen war. Sie wussten, dass die Jugendlichen im Ort Jennings aufgetaucht waren, wo sie zwei absolut unschuldige Menschen gequ?lt und ermordet hatten –– einen Handwerker mittleren Alters und ein siebzehnj?hriges M?dchen. Dann war das M?rderp?rchen erneut abgetaucht.

Das war als die ?rtliche Justiz Unterst?tzung vom FBI angefordert hatte. Sie hatten das Verhalten der Teenager so verst?rend gefunden, dass sie ganz gezielt jemanden aus der Verhaltensanalyseeinheit angefragt hatten.

Riley und Agent Crivaro waren aus Quantico angereist, um zu helfen, wo sie konnten. Ihnen war klar, dass Orin und Heidi irgendeine Art Hochgef?hl aus den spontanen Morden zogen. Es war sehr wahrscheinlich, dass sie immer mehr davon haben wollten. Sie brauchten keine Gr?nde mehr, um zu t?ten, und ihr Amoklauf w?rde lange noch kein Ende nehmen.
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